Hast du beim Ausgeizen deiner Tomaten das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben? Vielleicht sind die Pflanzen buschig geworden, tragen aber kaum Früchte. Oder sie sehen zwar gesund aus, doch die Ernte bleibt aus. Die gute Nachricht: Mit einem simplen Trick kannst du vieles retten – und sogar die Ernte verdoppeln!
Was bedeutet überhaupt „Ausgeizen“?
Beim Ausgeizen entfernt man die kleinen Seitentriebe, die in den Blattachseln wachsen – also zwischen Stamm und Blatt. Diese Geiztriebe stecken Energie in Blattmasse statt in Früchte. Wenn du sie regelmäßig entfernst, bleibt die Pflanze schlanker und konzentriert sich auf die Tomatenbildung.
Doch was, wenn du zu viele Triebe weggeschnitten hast oder die falschen? Genau hier setzt unser Trick an.
Der Trick: Geiztriebe nicht wegwerfen, sondern neu einpflanzen
Ja, richtig gelesen! Was wie ein Fehler wirkt, kannst du clever nutzen. Geiztriebe lassen sich einfach neu bewurzeln – und so erzeugst du aus einer Pflanze ganz leicht mehrere.
So funktioniert’s Schritt für Schritt:
- Geiztrieb abschneiden: Wähle einen kräftigen Trieb, etwa 10–15 cm lang. Schneide ihn mit einem sauberen Messer oder einer Schere ab.
- Blätter kürzen: Lass nur 2–3 Blätter stehen. Entferne die unteren Blätter komplett. So verliert die Pflanze weniger Wasser beim Anwurzeln.
- Ins Wasser stellen: Stelle den Trieb in ein Glas Wasser auf die Fensterbank. Hell, aber nicht prall sonnig – idealerweise bei 20–24 °C.
- Wurzeln abwarten: Nach etwa 5–8 Tagen bilden sich kleine Wurzeln. Sobald sie 2–3 cm lang sind, kannst du den Trieb einpflanzen.
- Einpflanzen und pflegen: In lockere, feuchte Erde setzen. Gut angießen und regelmäßig gießen – aber Staunässe vermeiden.
Und voilà: Aus einem „Fehler“ entsteht eine neue Tomatenpflanze, die bei guter Pflege noch im selben Sommer Früchte tragen kann.
Warum funktioniert dieser Trick so gut?
Tomaten gehören zu den wenigen Gemüsepflanzen, die sehr gut bewurzeln. Das liegt daran, dass ihr Gewebe extrem regenerationsfähig ist. Aus einem Geiztrieb entsteht daher in kürzester Zeit eine kräftige Jungpflanze – genetisch identisch zur Mutter.
Gerade in warmen Sommern, wenn die Sonne mitspielt, holt eine neue Pflanze schnell auf. Außerdem kannst du so genau die Sorte vermehren, die dir ohnehin besonders gut schmeckt oder sich im Beet bewährt hat.
Wann du die Geiztriebe anwurzeln solltest
Idealer Zeitpunkt dafür ist der frühe bis mittlere Sommer. Bis spätestens Mitte Juli solltest du mit dem Bewurzeln fertig sein, damit die neue Pflanze genug Zeit hat, Blüten und Früchte auszubilden.
Bist du zu spät dran, musst du vielleicht in Kauf nehmen, dass sie nur wenige, grüne Früchte trägt – aber mit etwas Glück bringt auch eine späte Jungpflanze noch eine kleine Ernte.
Fehler vermeiden beim Ausgeizen und Vermehren
- Nie bei nassem Wetter ausgeizen: Die offenen Stellen sind anfällig für Pilzinfektionen.
- Nur kräftige Geiztriebe nutzen: Mickerige Triebe wachsen später auch schwach weiter.
- Zu viele Pflanzen vermeiden: Denk an den Platzbedarf. Eine Tomate braucht etwa 60 cm rundum.
Extra-Tipp: Möchtest du im nächsten Jahr gleiche Pflanzen ziehen? Lass eine Tomate voll ausreifen und entnimm die Samen. So sicherst du dir deinen Favoriten dauerhaft!
Fazit: Fehler beim Ausgeizen sind kein Drama
Auch wenn du beim Ausgeizen mal danebengegriffen hast – kein Problem. Mit dem Vermehren über Geiztriebe machst du das Beste daraus und profitierst sogar doppelt: mehr Pflanzen, mehr Tomaten, mehr Genuss.
Also: Beim nächsten Schnitt nicht alles wegwerfen. Mach aus dem „Fehler“ deine geheime Stärke im Garten!




